
Mit Szenen aus „Einsame Menschen“ und „Die Ratten“ widmen sich die Studierenden zwei
Schlüsselwerken des deutschen Naturalismus.
Gearbeitet von stv. Prof. Jürgen Hartmann
Sprecherische Betreuung: Angela Metzler
Bewegungsarbeit: Prof. Thomas Rascher
In Einsame Menschen begegnen wir einer Gesellschaft, die äußerlich noch von den Gewissheiten des Kaiserreichs getragen wird, in der jedoch bereits erste Risse sichtbar werden. Im Zentrum steht Johannes Vockerat, ein Intellektueller, der sich nach geistiger und persönlicher Freiheit sehnt und dabei zunehmend mit den Anforderungen seines bürgerlichen Lebens in Konflikt gerät. Zwischen seiner Frau Käthe, die für Familie, Bindung und Verantwortung steht, und der unkonventionellen Anna Mahr, die neue Gedanken, Bildung und andere Lebensmöglichkeiten verkörpert, gerät Johannes in einen Konflikt, der ihn immer weiter von seiner Umwelt entfremdet.
Es spielen:
Käthe/Anna: Lilith Krause
Johannes: Carl Bruske
Die Ratten führt in die Berliner Mietskasernen kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Die sozialen Spannungen der Zeit sind unübersehbar geworden. Im Mittelpunkt der ausgewählten
Szenen stehen Frau John, Pauline Piperkarcka und Bruno Mechelke. Ausgehend von Frau
Johns Verlust des eigenen Kindes und ihrem verzweifelten Wunsch nach Mutterschaft
entwickelt sich eine Tragödie, in der die handelnden Figuren zunehmend mit Armut,
Ausgrenzung und gesellschaftlichem Druck kollidieren. Hauptmann zeigt Menschen, die um
Würde, Zugehörigkeit und die Erfüllung ihrer tiefsten Sehnsüchte kämpfen – und dabei an den Bedingungen ihrer Zeit zu scheitern drohen.
Die gezeigten Szenen machen erfahrbar, wie Hauptmann in seinen Figuren die Umbrüche
einer Epoche sichtbar werden lässt: von den geistigen Krisen des Bürgertums bis zu den
sozialen Verwerfungen einer Gesellschaft am Vorabend des Ersten Weltkriegs.
Frau John: Sky Wollenberg
Pauline Pipperkarcka: Marlene Witzigmann
Bruno Mechelke: Tom Eichhorn
Die Welt ist aus den Fugen, überall Jobverlust und Rezession, aber auf dem guten alten Oktoberfest soll alles sein wie immer. Kasimir hat gerade seinen Job als Chauffeur verloren, Karoline will endlich mal frei und ohne Sorgen sein. Der Merkl Franz hat sich längst von der Gesellschaft abgewendet und sorgt auf andere Weise für Geld. Und Erna, seine Freundin, erträgt die tägliche Gewalt einer toxischen Beziehung auf ihre Art. Obwohl alle die Liebe beschwören ist sie fragil im Angesicht der Achterbahn und dem Zeppelin, im Angesicht der neuen Zeit und der aufsteigenden Angst in allem und jedem. Und dann ist da noch Schürzinger. Ein Mann, der sich die Angst der anderen zunutze zu machen weiß und verstanden hat, worauf es ankommt, wenn man im politischen Wind bestehen will. Auf die Fähigkeit sich anzupassen. Obwohl die Achterbahn fährt und fährt ist am Ende des Tages nichts wie es war. Denn: „Man muss das immer trennen, die allgemeine Krise und das Private.“ Und doch scheint nichts schwerer als das.
Es spielen:
Kasimir: Morris Rechtien
Karoline: Junis Tantoh
Merkl Franz: Lui Eckardt
Erna: Luz Kaufman
Schürzinger: Jon Höpfner
Gearbeitet von Prof. Daniela Holtz
Choreographie: Laura Hicks
Sprecherische Betreuung: Angela Metzler
Kooperationspartner:

