
Der Theorieunterricht Dramaturgie versteht Dramaturgie sowohl als Vermittlungsinstanz zwischen dramatischem Text und Inszenierung wie auch als eine ästhetische Praxis des Verknüpfens, Kontextualisierens und Organisierens von Beziehungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Beziehungen zwischen Körpern, Räumen, Materialien, Bildern, gesellschaftlichen Themen und dem Publikum entstehen und künstlerisch erfahrbar werden. Dramaturgie versteht ästhetische Prozesse als offene, kollaborative und situative Aushandlungen, in denen Wahrnehmung geschärft, Zusammenhänge sichtbar gemacht und gemeinsames Arbeiten ermöglicht wird.
Der Unterricht verbindet theoretische Grundlagen mit praktischen Erprobungen. Kollektive Lektüren, performative Versuchsanordnungen, Exkursionen, Ausstellungs- und Vorstellungsbesuche sowie interdisziplinäre Übungen ergänzen die gemeinsame Diskussion. Im Dialog mit z. B. Bildender Kunst, Performance Studies, Philosophie, Soziologie und Kulturtheorie entwickeln die Studierenden ein Verständnis von Dramaturgie als forschender und kollaborativer Praxis, die künstlerische Prozesse begleitet, herausfordert und mitgestaltet.
Verknüpfung von theoretischen Perspektiven mit experimentellen Arbeitsweisen fördert vernetztes Denken und befähigt die Studierenden komplexe gesellschaftliche Fragestellungen in künstlerische Formen zu übersetzen und ihre eigene künstlerische Praxis im Austausch mit anderen Disziplinen kontinuierlich weiterzuentwickeln.
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